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Kopieren als Kulturtechnik

Auf alten Pfaden und neuen Wegen – Teil 2

3. Januar 2008 von Christian Imhorst

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Das Grundsystem von Debian ist nun installiert und nach dem Einloggen findet man sich in der Dunkelheit der Kommandozeile wieder. Ein Cursor wartet auf Eingabe von der Tastatur. Eine Maus braucht man hier noch nicht. Bis zum Licht einer grafischen Oberfläche liegt noch ein kleiner Weg vor uns.
Man könnte jetzt auch ganz auf einen Desktop verzichten und in Zukunft alles über die Kommandozeile erledigen. Bilder kann man sich zum Beispiel auf der Konsole mit dem Programm Linux frame buffer image viewer (Fbi) anschauen, Musik kann man mit Mpg321 oder Mp3blaster hören. Einen Dateimanager hat man mit dem MidnightCommander (MC) und mit dem Textbrowser Elinks kann man im Internet surfen. Mplayer kann sogar Videos mit Hilfe des Framebuffers auf der Konsole abspielen. Wozu also braucht man überhaupt eine grafische Benutzeroberfläche? Ganz auf Grafik zu verzichten ist einfach Selbstgeißelung. Sicher, es gibt viele tolle Sachen, die in der Konsole viel besser zu machen sind, als mit der grafischen Benutzeroberfläche (GUI), surfen gehört aber definitiv nicht dazu.

Aptitude versus Apt-get

Was jetzt folgt, ist eine wahre Installationsorgie. Schließlich braucht man nun einen Rutsch Software, um mit dem Laptop gut arbeiten zu können. Das Werkzeug der Wahl um Software zu installieren heißt Aptitude. Aptitude und Apt-get sind beides Kommandozeilentools für die Paketverwaltung APT von Debian. Ihr grafisches Ebenbild ist zum Beispiel Synaptic. Besonders auf älteren Rechnern, aber auch auf allen anderen, sollte man Aptitude benutzen, da es wenigstens neun gute Gründe gibt Aptitude gegenüber Apt-get vorzuziehen. Hier sind nur mal drei angeführt:

  1. Aptitude löst die Abhängigkeiten nicht nur besser auf, es merkt sich auch noch, welche Pakete über welche Abnhängigkeiten installiert wurden und schlägt nicht mehr benötigte Pakete zum entfernen vor, was Platz spart.
  2. Dann ist die Formatierung der Ausgabe einfach schöner, da man auf einen Blick sehen kann welche Pakete installiert sind und welche nicht. Das hat den Vorteil, dass man in Zusammenspiel mit grep einfach nach installierten Programmen suchen kann. Sind Pakete von KDE auf meinem System installiert?
    aptitude search kde | grep ^i
    i  kdebase-bin             - core binaries for the KDE base module
    i  kdebase-data           - shared data files for the KDE base module
    [...]
    
  3. Wenn man mit Apt-get ein Paket löscht, wird nur das Paket entfernt, beim Löschen mit Aptitude werden auch nicht benötigte Abhängigkeiten entfernt, was eben auch Platz spart.

Apt-get hat demgegenüber leider nur zwei schwache Vorteile zu bieten: Einmal ist es lustiger, weil es eine Superkuh und Superkuh-Kräfte hat. Wenn man zum Beispiel apt-get moo mit aptitude moo vergleicht, dann kommt letzteres ziemlich humorlos rüber. Dann funktioniert die Suche nach Software mit apt-cache search definitiv besser, da der Suchstring auch in der Paketbeschreibung sucht. Dagegen sucht aptitude search nur in den Paketnamen und liefert deswegen weniger Ergebnisse.

Die Installationsorgie vorbereiten

Für die Instalationsorgie muss man moch die Datei /etc/apt/sources.list vorbereiten. Öffnen kann man die Datei als Root mit einem Texteditor wie Nano:

su root
nano /etc/apt/sources.list

Die beiden Zeilen mit der Installations-CD als Paketquellen kann man getrost löschen und die beiden nächsten um die Paketgruppen contrib und non-free erweitern, so dass man nur noch folgenden Eintrag in der Datei hat:

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ etch main contrib non-free
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ etch main contrib non-free

deb http://security.debian.org/ etch/updates main contrib
deb-src http://security.debian.org/ etch/updates main contrib

Danach sollte man das System mit Aptitude ersteinmal auf den neusten Stand bringen und

aptitude update && aptitude dist-upgrade

als Root eingeben. Nach dem Upgrade ist das System nun bereit für die Installationsorgie. Im nächsten Teil geht es dann endlich los mit der Installation von Fluxbox als Fenstermanager.

Geschrieben in Gnu/Linux

9 Antworten

  1. leon

    hey christian :)

    hab heute debian etch xfce installiert…
    hatte aber nur eine auflösung von 320×240.
    hab als linux anfänger keine möglichkeit gefunden auf 1024×760 umzustellen.
    glaub hätte das – über die konsole manuel eingeben sollen.
    nur gewußt wie? *g*

    hab dann debian netistall gemacht…
    aber als fertig war… kein desktop !
    nur dos bildschirm – wie du geschrieben hast.

    hab jetzt grad xubuntu 7.10 drauf.
    auflösung passt.. nur der sound fehlt!
    Firefox geht – nur dauert beim laden… jedoch opera wäre alternative – stimmt.

    hier kannst mal unser notebook mit vista sehen:
    der vista leistungs index von mir:

    http://img295.imageshack.us/img295/4261/pentium2leistungls2.jpg

    beim bild dann einfach vergrößern.

    und so…
    bis jetzt, außer dem sound problem und geschwindigkeit beim laden… ist xubuntu 7.10 mein favourit ^-^.

    Aber mal sehen wie debian mit fluxbox wird !

    Liebe grüße, leon

  2. leon

    was vergessen:

    welche bios version hast du eigentlich drauf?

    ich hab 8.20 und würde gern auf die letzte version 9.30

    ACPI Flash BIOS version 9.30 for Tecra 8000 (v9.30; 07-26-2001; 671K)

    updaten… aber hab kein disketten laufwerk – für bios flash – datei.

    kennst du alternativen zum flashen?

    und nochmal wegen open office…

    unter win xp… ging open office und firefox zusammen…
    und das noch akzeptabel.

    bist du grundsätzlich gegen windows ?
    *nur aus neugier*

    Liebe grüße – leon :)

  3. Christian Imhorst

    Hallo Leon,

    damit die Auflösung 1024 x 768 ist, musst du die Datei /etc/X11/xorg.conf ändern. Dazu musst du die Datei mit einem Editor mit Root-Rechten öffnen. Das geht am besten im Terminal. Also Konsole öffnen und mit dem Befehl “su root” erstmal Root-Rechte erlangen. Dann kannst du die Datei mit “nano /etc/X11/xorg.conf” zum editieren öffnen. Wenn du Ubuntu benutzt kannst du mit dem Befehl “sudo” arbeiten, “sudo nano /etc/X11/xorg.conf”, um die Datei mit Root-Rechten zu öffnen.

    In der “Section Monitor” trägst du dann folgende beide Zeilen ein:

    HorizSync 36-52
    VertRefresh 36-60

    Wenn du schon in der Datei bist, kannst du unter Section “Screen” den Wert 24 auf 16 Bit ändern. Mehr schafft die Grafikkarte des Tecras nämlich nicht.

    DefaultDepth 16

    In der Section “Device” würde ich den Eintrag “vesa” durch “neomagic” ersetzen. Er scheint mir schneller zu sein.

    Mit der Tastenkombination STRG + O kannst du deine Änderungen abspeichern und mit STRG + X verlässt du ihn. Damit deine Änderungen wirksam werden, musst du den Xserver neu starten. Entweder bootest du den Rechner nochmal, oder du startest den Xserver mit STRG + ALT + Backspace neu. Nach dem Neustart hast du dann die richtige Auflösung.

    Es gibt noch einen zweiten Weg: In der Konsole als Root “dpkg-reconfigur xserver-xorg” eingeben und den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. An den richtigen Stellen müsstest du dann das, was ich oben geschrieben habe eintragen, anstelle von dem, was Debian vorschlägt. Wenn das dann durchgelaufen ist, Xserver nochmal starten.

    Zum Sound: Lade dir am besten mein Skript herunter:

    http://www.imhorst.net/scripts/snd2tecra8000

    Im Terminal machst du das Skript ausführbar, indem du “chmod +x snd2tecra8000″ eingibst. Dann startest du das Skript als Root, bzw. unter Ubuntu mit “sudo ./snd2tecra8000 –alsa”.

    Wenn das fehlerfrei gelaufen ist, musst du noch den Sound-Server neu starten:
    “sudo /etc/init.d/alsa-utils restart”. Alternativ kannst du deinen Rechner nochmal neu starten.

    Das wars, jetzt sollte dein Sound unter Xubuntu funktionieren.

    Beim Flashen des BIOS ohne Disketten-Laufwerk kann ich dir auch nicht helfen. Aber wozu brauchst du denn ein anderes BIOS. Was klappt damit besser?

    Ich bin übrigens nicht grundsätzlich gegen Windows, es interessiert mich nur einfach nicht. Ich finde es langweilig. Außerdem mag ich an freien Betriebssystemen, dass man nicht einer Firma zuarbeitet, wenn man sich mit dem System auseinandersetzt und es verbessert, bzw. die Arbeit damit erleichtert. Diese Arbeit kommt im Prinzip der ganzen Menscheit zugute, da sich alle frei an den Ergebnissen bedienen können. Niemand muss das System extra dafür kaufen. Wenn man für und mit Windows arbeitet, mehrt man nur den Ruhm von Microsoft. Aus diesem Grund reizt mich auch MacOS X nicht wirklich. Obwohl ich es als Unix-basiertes Betriebssystem ganz spannend finde.

    Naja, soweit erstmal.

    Viele Grüße,
    Christian

  4. Arnim

    Hallo,
    habe ein Tecra 8000 mit P3 500, 256MB Ram und 12GB Platte.
    Ich habe Xubuntu 8.04 installiert und kann mich über die Geschwindigkeit nicht beschweren. Einzig, dass der Lüfter dauernd läuft.
    Das Soundproblem habe ich auch und bin auch Linux-Anfänger.

    Jetzt habe ich soeben versucht, Dein Script einzubinden. Dabei fielen mir 2 (scheinbare?) Fehler auf:
    bei “sudo ./snd2tecra8000 -alsa” will er wohl das Minus vor dem alsa nicht haben
    und
    nachdem ich das ganze ohne Minus eingegeben habe:
    Line 37 ‘expected
    Ich habe nicht verstanden, was er wollte, verstehe auch das script nicht (kenne die Sprache auch nicht).
    Kannst Du mir helfen, dass der Sound doch noch geht?
    Danke und Gruß,
    Arnim.

  5. Christian Imhorst

    Hallo Arnim,

    das Skript ist ein einfaches Shell-Skript, das ich für die Bash-Shell geschrieben habe.

    Nachdem du das Skript heruntergeladen hast, musst du es erstmal im Terminal ausführbar machen:

    sudo chmod +x snd2tecra8000

    und danach startest du dann das Skript:

    sudo ./snd2tecra8000 --alsa

    Das Argument - -alsa muss mit zwei Minuszeichen eingegeben werden. Das ist so eine Konvention auf Unix-Maschinen.

    Wenn dich der Lüfter nervt, kannst du dir das Paket toshset im Terminal installieren:

    sudo apt-get install toshset

    Danach kannst du ihn dann mit dem Befehl

    sudo toshset-fan off

    abstellen, bzw. mit

    sudo toshset-fan on

    wieder anstellen.

    Weitere Informationen findest du übrigens im 5. Teil dieser Serie.

    Viele Grüße,
    Christian

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