Auf alten Pfaden und neuen Wegen – Teil 3
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Ein System ohne grafische Benutzeroberfläche zu betreiben hieße, sich selbst zu geißeln. Falls man auf diese Weise keine Buße tun und sich von begangenen Sünden reinigen will, bleibt hier nun der Pfad aus der Dunkelheit der Konsole ins Licht des Fenstermanagers. Schließlich will ich nicht nur auf die Kommandozeile angewiesen sein müssen. Ich möchte mich frei zwischen grafischer Oberfläche und Konsole entscheiden können. Dafür gibt es Terminal-Programme wie XTerm. Mit ihnen kann man aus der GUI (Graphical User Interface, englisch für grafische Benutzeroberfläche) heraus auf die Kommandozeile zugreifen.
Als Grundlage für den Fenstermanager, hier werde ich später Fluxbox verwenden, dient das X Window System. Das ist im Prinzip schon recht alt, da es bereits 1984 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) für Unix-Maschinen entwickelt wurde. Allerdings wurde X Window unter Unix immer recht stiefmütterlich behandelt, da das Betriebssystem auf teuren Großrechnern lief und weniger auf Heim-PCs. Die Verbreitung von Unix-artigen Betriebssystemen auf einfachen PCs hat sich erst in den 1990er Jahren durch Gnu/Linux und durch die 386BSDs geändert.
Die wichtigsten Merkmale des X Window Systems, das auch kurz und knapp einfach nur X genannt wird, sind:
- Es ist netzwerkfähig, d.h. Maus und Tastatur müssen gar nicht am Rechner vorhanden sein. Es reicht aus, irgendwo im Netzwerk einen Computer mit diesen Geräten zu haben.
- X arbeitet mit austauschbaren Fenstermanagern und Desktops. Es ist also egal, ob man Fluxbox, IceWM, Gnome oder KDE verwendet. Der Fenstermanager steuert dabei das Verhalten des X Window Systems. Er zeichnet die Rahmen und ist für das Positionieren der Fenster verantwortlich.
- Man kann zwischen mehreren Arbeitsflächen wechseln.
Umsteiger von Microsoft Windows sollten übrigens darauf achten, dass sie in Foren nicht von X Windows sprechen, weil sich sonst andere Forenteilnehmer ganz schnell über sie lustig machen werden. Bei X ist und bleibt das Window im Singular.
Aber kommen wir zur lang angekündigten Installationsorgie. Dafür wird man zuerst mit dem Befehl su und dem Root-Passwort zum Superuser und gibt folgendes in der Kommandozeile ein:
aptitude install x-window-system-core xterm fluxbox rox-filer dillo
Dabei ist x-window-system-core ein sogenanntes Metapaket. In solchen Metapaketen werden nur die notwendig zu installierenden Pakete beschrieben, enthalten selber aber keine Programme. Wenn man möchte, kann man sie nach der Installation gefahrlos entfernen. Für die Installation einer grafischen Oberfläche stellt Debian zwei Metapakete bereit. Einmal das x-window-system-core und das andere ist x-window-system. Das umfangreichere x-window-system unterscheidet sich vom Core-Paket dadurch, dass TWM als Fenstermanager und einige nützliche Tools wie XTerm installiert werden. Da ich mich für Fluxbox als Fenstermanager entschieden habe, brauche ich nur die Core-Pakete und installiere XTerm manuell. Dann folgen noch das Programm ROX-Filer als Dateimanager und Dillo als kleiner und schlanker Browser.
Nach der Installation wechselt man mit su $USER, wobei $USER für den eigenen Benutzernamen steht, zurück in das Benutzerkonto und startet die GUI mit
startx
Jetzt wird Fluxbox geladen. Mit einem Rechtklick gelangt man ins Menü, wo man unter “Styles” gleich das Aussehen verändern kann. Bislang installierte Software findet man unter “Anwendungen” und XTerm verbirgt sich hinter “X-Shells”.
Damit man nicht ständig den Befehl startx eingeben muss, um Fluxbox nach dem Einloggen zu starten, kann man ihn in die Datei .bash_profile eintragen. Falls man gerade zu faul ist, einen Texteditor zu öffnen, reicht eine Zeile in XTerm aus, um den Befehl ans Ende der Datei .bash_profile anzufügen:
echo 'startx' >> ~/.bash_profile
Um den Rechner wieder herunterzufahren, muss man zur Zeit noch als Root den Befehl halt oder reboot zum Neustart eingeben. Später machen wir dass dann über Fluxbox. Aber das konfigurieren wir dann ein anderes Mal.
Geschrieben in Gnu/Linux



7. Januar 2008 um 03:28:22
hallo christian!
ich hab am wochenende *wieder mal* alles wieder durch.
hab ubuntu 7.10 zum testen probiert, xubuntu 7.10, fluxbuntu 7.10 und jetzt hab ich windows xp drauf.
mir ist aufgefallen das unter xubuntu der lüfter fast immer, dauernd an war. bei windows xp zwar auch aber nicht so schlimm. sobald der prozessor auf 82grad kommt – geht der lüfter an.
ich finde schon das xubuntu, fluxbuntu in der version 7.10 sehr auf die resourcen gehen. vielleicht liegt das auch am neuen kernel.
momentan hab ich win xp drauf aber glücklich bin ich damit auch nicht.
deswegen werd ich wohl auf windows me millenium umsteigen.
oder spiele mit dem gedanken mir ein flash disk bzw. solid state disk – festplatte reinzumachen. nutze nur internet und office und da dachte ich an die 2 gbyte version für 50 euro. damit hab ich keinen lärm und schnellere schreib und lese zeiten von der ssd *solid state disk*
linux hab ich mitlerweile aufgegeben weil ich es bei xubuntu nicht geschaft hab opera browser und adobe macromedia zu installieren.
das mit – im terminal und apt get ging einfach nicht.
wieso kann man bei linux nicht einfach drauf klicken und das teil installiert sich von selbst? wie eine .exe datei unter windows?
der software browser von xubuntu war da auch keine hilfe :-(
vielleicht bin ich mit meinen 28 jahren auch zu alt dafür… um die linux programmier sprache zu lernen… auf alle fälle finde ich das schon kompliziert. da war früher ms-dos leichter zu bedienen.
verstehe mich nicht falsch, ich finde linux nach wie vor toll und großartig!
aber dem entsprechend auch – ist es anders als windows.
windows weiß ich – was sache ist, ok kenne es auch seit win 3.1
und linux… ist da so anders… muss da immer 10 mal überlegen was ich jetzt machen soll.
deswegen kann ich auch verstehen wieso windows sich gut verkauft…
weil es nicht so kompliziert ist und mit xp danach vista und 2010 mit windows seven – es wird immer einfacher zu bedienen.
bei linux geht es schon los das es gleich so viele distrubtionen und so viele oberflächen gibt. wieso können die sich nicht auf einen stand einigen?
wobei die meisten wahrscheinlich eh nur opensuse und ubuntu kennen…
was ich auch nicht verstehe… soviele sagen mir, z.b. ubuntu ist geil, linux ist geil…. und nebenbei haben sie auf der festplatte auch win xp oder vista drauf.
ich hoffe du bist mir nicht böse das ich wieder ins windows lager gewechselt hab… aber ich hab keine nerven, mich mit einem betriebssystem auseinander zu setzten und jedesmal da rumzu programmieren das es läuft. *beispiel auflösung und sound*
will doch nur das mein system läuft.
……
ich werde deinen bericht weiter lesen und wünsche dir alles gute christian.
hoffe bist mir wegen windows linux meinung nicht böse?
oder kannst mich eines besseren belehren… das linux das bessere windows ist ;-)
Lg leon :-)
p.s.
CHANGE HISTORY BIOS *tecra 8000*
Version 9.30 07-26-2001
* A change was made to correct a problem that some PC cards with a single spec for 16 bit and 3.3VDC may malfunction.
Version 9.20 03-02-2001
* A problem resuming the computer was corrected. The computer, when running Windows 2000, took about 2 minutes to resume from Hibernation when the CD-ROM, Teac CD-224E-B30, (ZA2055P04) was connected to the Selectable Bay.
Version 9.10 06-30-2000
* Power management controlling power consumption and tempurature has been improved.
Version 9.00 02-07-2000
* BIOS for Pentium II and Pentium III models were intergrated.
* A change was made to support Windows 2000.
* The System BIOS was changed so that heat control of the fan would be done by using Watch Dog timer function of EC. (If EC doesn’t support Watchdog Timer, for those with EC version 1.50 and lower, the heat control method used is unchanged. The fan always rotates on models that use a CPU of 500MHz and higher. For others, fan rotation is controlled, based on CPU temperature.
* A change was made so that two ATAPI devices could be supported.
* Corrected a problem with the Eject Password. The problem occurred when the Eject Password was set to Enable, and the computer was docked to the Desk Station. After shutdown, when running Windows 98, and then pressing the eject switch on the Desk Station, the system didn’t ask for a password.
* Corrected a problem where, after pre-installing Windows 95/98, execting hibernation without shutting down the computer, resulted in an intermittent hibernation error.
Version 8.50 11-03-1999
* This BIOS is for Tecra 8000 models equipped with the 500MHz Pentium only. A change was made to allow the fan to run at all times. This will prevent any overheating conditions should the computer hang and is unable to otherwise control heat.
7. Januar 2008 um 19:23:46
Hallo Leon,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ich war ein bisschen erschüttert. Nicht darüber, dass du Windows auf dem Tecra installieren willst, sondern darüber, dass du meinst, dass du mit 28 Jahren zu alt wärst, etwas neues zu lernen. Es gibt kein biologisches Alter mit dem man zu alt wäre, um etwas neues zu lernen oder neuen Herausforderungen entgegen zu treten. Man ist aber in der Tat alt, wenn man meint, man wäre neuen Herausforderungen nicht mehr gewachsen. Denn was heißt zu leben anderes, als sich neuen Herausforderungen und neuen Abenteuern zu stellen? Wenn man darauf keine Lust mehr hat, dann ist man in der Tat schon sehr alt.
Unix und Unix-artige Betriebssysteme haben eine lange Geschichte, die bis in die 1970er, wenn nicht sogar in die 1960er Jahre zurückreicht, je nachdem wieviel Philosophie man in die Betrachtung hinein legt. Die Entwicklung der GNU-Werkzeuge, ohne die man Linux nicht betreiben könnte, reicht bis in die frühen 1980er Jahre zurück. Man könnte also sagen, dass GNU/Linux ein ganz schön altes Betriebssystem ist. Nur, das Gegenteil ist der Fall: GNU/Linux ist jung und lebendig, denn es wächst, es verfielfältigt sich und bietet nicht nur jedem neuen Anwender Herausforderungen und Abenteuer, sondern jede neue Distribution wird auch noch dazu. Sie bieten die Herausforderung GNU/Linux mit einem Package-System von BSD zu installieren (Gentoo Linux), sein eigenes GNU/Linux zu kompilieren (LFS), das Abenteuer, eine Distribution auf 50 MiB zu beschränken (Damn Small Linux) oder auf antiker Hardware zu betreiben (DeLi-Linux). Daneben geibt es noch unzählige Distributionen mehr, die dem Anwender eines garantieren – die Freiheit GNU/Linux zu jedem erdenklichen Zweck einsetzen zu können, auch wenn dieser Zweck von Stallman oder Torvalds nie so vorgesehen war. Windows dagegen darfst du nur in den engen Grenzen benutzen, die dir die EULA vorschreibt. Der Gebrauch Freier und Open Source Software ist dagegen grenzenlos. Und wenn jemand mal an der Aufgabe scheitern sollte, GNU/Linux auf seinem Toaster zu installieren, dann hat das ein Benutzer von NetBSD bestimmt schon geschafft und ein HowTo dazu verfasst. Da GNU/Linux und NetBSD gemeinsame Unixwurzeln haben, wird er sich schnell in NetBSD zurecht finden. Vielleicht schafft er es ja dann auch doch noch, GNU/Linux auf den Toaster zu portieren und stellt seine eigene Toaster-Distribution mit dem Package-System von NetBSD zusammen, weil er es für das effizienteste hält. Das hängt ganz und gar davon ab, welchen Gebrauch er von seiner Freiheit macht.
Aus den selben Gründen gibt es auch soviele Fenstermanger und Desktopumgebungen unter Unix-artigen Betriebssystemen. Jeder Fenstermanager erfüllt einen anderen Zweck und alle werden sie aus den unterschiedlichsten Gründen eingesetzt. Sollte jemand mal feststellen, dass keiner der vorhanden Fenstermanager seinen Bedürfnissen entspricht, wird er seinen eigenen entwickeln und ihn nach seinen Vorstellungen gestalten. Dabei muss er in der Regel nicht von vorne beginnen, sondern er kann sich auf den schon vorhandenen Fenstermanagern aufbauen. Er kann sich mit seinem Programm, genauso wie Programmierer anderer Freier Software auch, auf die Schultern von Giganten stellen und weiter blicken, als alle anderen vor ihm.
Natürlich ist es schwer, sich in ein neues Betriebssystem einzuarbeiten, daher kann ich es gut verstehen, dass du wieder Windows installieren möchtest. Mir geht es mit Windows Vista so, oder auch mit MacOS X. Letzteres hat zumindest den Vorteil, dass es einen Unix-Unterbau hat, weswegen ich es hauptsächlich mit dem Terminal administriere, aber von Vista habe ich zum Beispiel keine Ahnung. Und ich strebe auch gar nicht danach. Bei Windows NT 5.x erlebe ich gerade, dass ich immer mehr vergesse, wie man es bedient. Dabei habe ich mal ein Windows 2000-Netzwerk administriert. Jetzt passiert es immer häufiger, dass ich wüsste, wie ich ein Problem unter GNU/Linux lösen würde, aber keine Ahnung mehr habe oder zehn Mal überlegen muss, wie ich es unter Windows NT 5.x angehen sollte.
Ich bin übrigens niemandem böse, weil er ein Betriebssystem benutzt, mit dem ich nichts anfangen kann. Ansonsten müsste ich ja 95 Prozent der Computerbesitzern böse sein. Außerdem würde ich niemals öffentlich behaupten, dass GNU/Linux besser ist als Windows. Für mich ist zum jetzigen Zeitpunkt Debian GNU/Linux das beste Betriebssystem. Das mag sich in den nächsten 10 Jahren ändern, dass dann aber Windows das Betriebssystem meiner Wahl sein sollte, kann ich mir eher nicht vorstellen. Doch wer weiß, vielleicht gibt es dann OpenWindows mit einem OpenSuSE-Unterbau, weil sie Novell aufgekauft haben, um mit Googlebuntu konkurrieren zu können. Letztendlich werde ich aber immer behaupten, dass jeder das Betriebssystem verwendet, das er verdient. ;-)
Viele Grüße,
Christian
13. Oktober 2008 um 19:34:18
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13. Oktober 2008 um 19:36:41
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13. Oktober 2008 um 19:37:19
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22. November 2008 um 13:15:54
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