Das Hercules EC-800 und Xubuntu
Seit ein paar Tagen bin ich jetzt schon stolzer Besitzer des Hercules EC-800 mit einem 500 MHz schnellen Prozessor von AMD und 512 MB Ram. Als Betriebssystem habe ich Xubuntu 9.10 installiert. Warum Xubuntu? Weil ich an der Installation anderer Linux-Betriebssysteme einfach gescheitert bin. Das vorinstallierte Mandriva wollte ich nicht. Ursprünglich hatte ich vor, Sidux zu installieren. Aber es gelang mir einfach nicht, ein bootfähiges Image auf einen USB-Stick zu ziehen, weder mit dem Tool der Sidux Live-CD noch mit anderen Anleitungen. Dann wollte ich Debian Squeeze installieren. Das Booten vom Stick hat auch geklappt, aber bei der Installation war auf dem Bildschirm nichts zu erkennen. Das Bild war ineinander verschoben und einfach nur auf Enter zu drücken, hat auch nicht zum Erfolg geführt.
1. Installtion vom USB-Stick
Xubuntu stellte mich allerdings auch vor ein Problem: Da ich die Festplatte komplett verschlüsseln will, brauche ich die Alternate- und nicht die Live-Version der Installations-CD auf dem USB-Stick. Der USB-Startmedien-Ersteller, auch USB-Creator genannt, kann wohl nur Live-Distributionen auf den USB-Stick kopieren. Zumindest bin ich auch bei der Benutzung dieses Tools gescheitert. Eine bootfähige Live-CD zu kopieren, war kein Problem, eine bootfähige Alternate-CD aber schon. Deshalb habe ich den Stick im Terminal vorbereitet, was ein bisschen komplizierter ist. Bedingung ist ein mindestens 2 GB großer USB-Stick, aber es geht auch, wenn man zwei USB-Sticks hat, die nur 1 GB groß sind. Die Anleitung dazu gibt es in Tobis Blog, nach der ich auch meinen USB-Stick erstellt habe.
Neben einem USB-Stick der mit FAT32 formatiert ist, benötigt man noch einen Computer, auf dem ein Gnu/Linux läuft, den Bootloader lilo, syslinux als Bootloader für FAT-formatierte Datenträger und eine ISO-Datei der Alternate-CD. Der Stick darf nicht ins System eingehängt sein und vermutlich muss man ihn noch bootbar machen:
sudo umount /dev/sdb1 sudo mkfs.vfat -F 32 /dev/sdb1 sudo fdisk /dev/sdb
Das Verzeichnis heißt bei mir /dev/sdb, was aber nicht bei jedem der Fall sein muss. Es kann auch /dev/sdc oder ganz anders heißen. Der erste Befehl hängt den Stick aus, der zweite formatiert ihn mit dem Dateisystem FAT32, der dritte startet das Partitionierungsprogramm Fdisk. Mit p lässt man sich die Partionen auf dem Stick anzeigen. Wenn unter Boot ein Sternchen steht, dann ist der Stick schon bootfähig. Wenn nicht, muss man a und anschließend 1 drücken und mit w die Änderungen speichern. Mit q verlässt man Fdisk.
sudo lilo -M /dev/sdb sudo syslinux /dev/sdb1
Dann setzt man den MBR des USB-Sticks neu und installiert den Bootloader syslinux.
cd ~/Desktop wget http://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/xubuntu/releases/9.10/release/xubuntu-9.10-alternate-i386.iso sudo mount -t iso9660 xubuntu-9.10-alternate-i386.iso /mnt -o loop sudo mkdir /media/usb sudo mount -t vfat /dev/sdb1 /media/usb
Nachdem man auf dem Desktop gewechselt ist, lädt man die Alternate-ISO von Xubuntu herunter und hängt es unter /mnt ein. Der USB-Stick wird unter das neu angelegte Verzeichnis /media/usb eingehängt. Jedes andere Verzeichnis tut es aber auch.
cd /mnt sudo cp -R . /media/usb
Wenn man in das Verzeichnis /mnt gewechselt ist, kopiert man alle Dateien und Ordner auf den USB-Stick. Dabei kann man folgende Fehlermeldungen erstmal ignorieren,
cp: Erzeugen der symbolischen Verknüpfung „/media/usb/./dists/stable“ nicht möglich: Operation not permitted cp: Erzeugen der symbolischen Verknüpfung „/media/usb/./dists/unstable“ nicht möglich: Operation not permitted cp: Erzeugen der symbolischen Verknüpfung „/media/usb/./install/netboot/pxelinux.0“ nicht möglich: Operation not permitted cp: Erzeugen der symbolischen Verknüpfung „/media/usb/./install/netboot/pxelinux.cfg“ nicht möglich: Operation not permitted cp: Erzeugen der symbolischen Verknüpfung „/media/usb/./ubuntu“ nicht möglich: Operation not permitted
weil man sie nachträglich rüber kopiert:
sudo cp -R dists/karmic /media/usb/dists/stable sudo cp -R dists/karmic /media/usb/dists/unstable sudo cp install/netboot/ubuntu-installer/i386/pxelinux.0 /media/usb/install/netboot/pxelinux.0 sudo cp -R install/netboot/ubuntu-installer/i386/pxelinux.cfg /media/usb/install/netboot/pxelinux.cfg sudo rm -rf /media/usb/isolinux sudo cp -R isolinux/* /media/usb sudo mv /media/usb/isolinux.cfg /media/usb/syslinux.cfg
Anschließend kopiert man noch die ISO-Datei auf den Stick und hängt ihn aus:
sudo cp ~/Desktop/xubuntu-9.10-alternate-i386.iso /media/usb/ sudo umount /media/usb
Damit das Hercules EC-800 vom USB-Stick bootet, muss man die Bootreihenfolge im Bios umstellen. Dann kann man das Netbook neu starten und Xubuntu mit einem verschlüsseltem LVM installieren. Nach dem ersten Start fällt auf, dass das untere Panel von XFCE nicht angezeigt wird, weil die Bildschirmauflösung bei 800×600 liegt, statt der 800×480, die das Glare-Display benötigt. Das lässt sich aber beheben. Mehr dazu im nächsten Teil.
Geschrieben in Gnu/Linux



9. Dezember 2009 um 23:34:49
Und wie zufrieden bist Du mit dem Gerät? Was willst Du damit machen?
10. Dezember 2009 um 00:48:42
Hallo,
dem USB-Creator ist es eigentlich egal, welches Image er auf USB bringen sollen.
Und es gibt auch noch unetbootin.
Gruß
10. Dezember 2009 um 08:42:19
Hallo,
@Chris: Wie schon gesagt, beim USB-Creator hat die Live-CD funktioniert, die Alternate aber nicht. Und UNetBootin nimmt m.W. nur Live-CDs…
@Thomas: Das Netbook ist für mich ein Spielzeug, für den schnellen Quickie zwischendurch, oder um mal Abends im Bett zu surfen. Dafür eignet es sich prima, weil es keinen Lüfter hat. Oder ich kann mal meine Musiksammlung zu einer Party mitnehmen, wofür ich sonst mein gutes Notebook mitschleppen müsste, ich kann es an der Anlage in der Küche anscgließen, um Podcasts oder Internetradio zu hören. Kurz: Ich will es für all die Kleinigkeiten einsetzen, für die mir mein Notebook schon zu groß ist. ;-)
14. Dezember 2009 um 14:20:52
Hallo Christian,
darf man Fragen wie die Performance unter Xubuntu beim Hercules so ist. Merkt man die niedrige CPU Frequenz nicht beim Arbeiten deutlich? Der AMD Geode ist ja nun wirklich nicht der schnellste Prozessor. Klar, MP3s wird er schon schaffen, aber das Surfen?
14. Dezember 2009 um 23:48:51
Hallo Oliver,
klar merkt man die schwächere Hardware. Aber wenn man nur ein bisschen surft, E-Mails schreibt, Filmchen guckt, etc. ist die Hardware noch OK. Ich habe es im 2. Teil noch ein bisschen genauer geschrieben.
Viele Grüße,
Christian