Einfach anschließen und loslegen
Im Newsletter der Firma Digittrade vom August heißt es, dass Digittrade ab sofort (also ab Kernel 2.6.27) den weltweit einzigen DVB-T Stick, der unter Linux eine Plug&Play-Fähigkeit besitzt, anbiete. Egal ob Ubuntu, OpenSuse oder Fedora — der DVB-T Stick würde sofort nach dem Anschluss an PC oder Notebook von Linux erkannt werden.
Einfach anschließen und loslegen?
Das muss getestet werden, denn wenn ich vorher einen neuen Kernel installiert hatte, musste ich auch immer den Treiber des Digittrade-Sticks neu kompilieren. Das ist ganz schön nervig, und es wäre gut, wenn diese lästige Pflicht jetzt wegfallen würde. Also habe ich den Kernel in Debian Squeeze auf 2.6.30 aktualisiert:
apt-get install linux-headers-2.6.30-1-486 linux-headers-2.6.30-1-686 linux-headers-2.6.30-1-common linux-image-2.6.30-1-686
Nach dem Neustart mit neuem Kernel habe ich den Stick angeschlossen und siehe da, das grüne Lämpchen leuchtet. Er wird also schonmal erkannt. Nur, funktioniert er auch, wie er soll? Digittrade empfielt Kaffeine, aber ich benutze lieber MPlayer. Dafür brauche ich erstmal eine Konfigurations-Datei mit den Kanälen, die channels.conf. Da in Debian Squeeze die dvb-utils gegen dvb-apps ausgetauscht wurden, funktioniert das Scannen nach Kanälen mit einem etwas anderen Befehl als bei älteren Debian-Versionen:
scan /usr/share/dvb/dvb-t/de-Niedersachsen > .mplayer/channels.conf
Unter einem anderen Betriebssystem kann der Scan auch anders laufen. So muss unter openSUSE 11.2 das Paket dvb installiert werden und anschließend mit folgendem Befehl gescannt werden:
scan /usr/share/dvb/dvb-t/de-Hannover > .mplayer/channels.conf
Der Befehl funktioniert natürlich nur zufriedenstellend, wenn man auch in Niedersachsen bzw. Hannover wohnt. Für andere Regionen schaut man am besten im Ordner /usr/share/dvb/dvb-t/ nach. Dann kann man MPlayer mit einem Befehl aus der Konsole heraus starten:
mplayer dvb://3sat -cache 30720 -cache-min 5
Und siehe da, es geht. Mit Kaffeine kommt man sogar noch schneller zum Fernsehen gucken. Allerdings vermisse ich bei Kaffeine diese tolle Cache-Funktion, oder habe ich sie nur noch nicht entdeckt? Was bei beiden Programmen aber immer noch nicht funktioniert, ist die Fernbedienung des Sticks. Möglicherweise ist aber auch nur die Batterie alle, da die Fernbedienung seit etwa zwei Jahren nur nutzlos herumliegt. Daher ist dieses Feature im Prinzip noch ungetestet.
[Update] Bei einem frisch installiertem Ubuntu 9.10 Karmic Koala und bei openSUSE 11.2 musste ich allerdings noch die Firmware herunterladen und nach /lib/firmware/ kopieren, damit ich den Stick benutzen konnte:
wget http://jusst.de/manu/fw/AFA/dvb-usb-af9015.fw_a-link sudo mv dvb-usb-af9015.fw_a-link /lib/firmware/dvb-usb-af9015.fw
Wenn die Firmware erstmal im Verzeichnis /lib/firmware/ liegt, wird der Stick aber sofort erkannt und man kann mit dem Scannen beginnen.
Geschrieben in Gnu/Linux


6. September 2009 um 15:18:55
Ich verstehe nicht ganz. Ich dachte, dass bei diesem Stick dieser Scan wegfällt oder so – das ist schließlich nicht mehr ootb.
Mein zwei Jahre alter Stick von Terratec wird auch schon lange so erkannt, ich verstehe das Neue an dem DVB-Stick gerade nicht.
6. September 2009 um 15:24:15
Auf Amazon steht unter der Kategorie Linux
6. September 2009 um 15:34:14
@bas89: Muss man denn nicht immer nach Sendern scannen, egal ob das vom Media-Player automatisch gemacht wird, oder manuell vom Benutzer angestoßen wird? Inwieweit Digittrade mit ihrem Werbespruch recht hat, kann ich nicht sagen. Gut möglich, dass das andere Sticks alles schon vorher konnten.
@Yoschi: Laut Pressemitteilung soll die Fernbedienung ab Kernel 2.6.27 funktionieren. Das kann ich aber nicht bestätigen.
7. September 2009 um 01:01:25
Ich besitze seit 3 Monaten einen WinTV-Nova DVB-T Stick von Hauppauge. Habe ihn angeschlossen, Me-TV installiert und konnte gleich mit dem Scan loslegen.
Ich brauchte keine Treiber bzw. Firmware installieren.
Man(n) braucht also nicht das Ding von Digittrade
7. September 2009 um 11:09:41
hab auch nen toshiba/lintec stick, welcher (unter Ubuntu) sofort erkannt wird und mit me-tv nachm scannen auch alles anzeigt.
Preis war 15 euro.
7. September 2009 um 12:59:21
Tip zum Testen einer Fernbedienung:
Wenn man sich nicht sicher ist, ob z.B. die Batterien noch “Saft” haben, kann man das Fotohandy verwenden. Dieses in den Foto-modus bringen und durch das Handy die Infrarot LED beobachten, waehrend man eine Taste immer wieder mal drueckt. Die elektronischen Kameras stellen das IR licht weiss dar! Das geht natuerlich auch mit der normalen Digi-Kam. oder mit der USB-Webcam, (o.ae.)
Viele
Gruesse
9. September 2009 um 14:45:06
[...] datenteiler.de: der DVB-T-Stick mit Plug&Play [...]