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Kopieren als Kulturtechnik

Einstieg in Open Source-Software für Windows



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Was ist Open Source-Software?

Die meisten Computerbenutzer machen sich keine Gedanken darüber, mit welchen Programmen sie im Alltag am Computer arbeiten. Sie sind einfach nur froh, wenn alles reibungslos funktioniert und der Computer nicht abstürzt. Auf der anderen Seite findet es jeder selbstverständlich, dass er bei verschiedenen Konsumgütern frei zwischen verschiedenen Marken wählen kann. Dass er zum Beispiel beim Kauf eines neuen Autos zwischen verschiedenen Herstellern aussuchen kann und davon auch gebraucht macht, indem er das Für und Wieder der verschiedenen Marken abwägt.

Dass man bei Software überhaupt nicht wählerisch ist, wird meist nicht wahrgenommen. Auf den meisten Desktop-PCs läuft Windows und Microsoft Office, weil man diese und andere Software beim Kauf eines Computers oft dazu bekommt. Das „Geschenk“, dessen Preis im Komplettpreis des Computers mit enthalten ist, ist dabei ein Köder, der einen dazu verleiten soll, die Vollversion zu kaufen, oder bei der nächsten Aktualisierung der Software bei dieser Marke zu bleiben, an die man sich mittlerweile gewöhnt hat. Es ist schwer, sich aus der Abhängigkeit der Gewohnheit und dadurch aus der Abhängigkeit zum Hersteller zu befreien, und sich in neue Software einzuarbeiten. Auch wenn das häufig gar nicht mal so schwierig und die neue Software für einen selbst vielleicht sogar besser geeignet ist.

Die meisten Menschen benötigen gar kein teures Office-Paket von Microsoft. LibreOffice ist zum Beispiel völlig ausreichend. Die Software hat sehr gute Import-Export-Filter für die Formate von Microsoft und die Bedienung weicht nur wenig vom Microsoft-Produkt ab. Der Zeitaufwand für das Umlernen ist also gering. Und LibreOffice ist kostenfrei. Trotzdem geben viele Computerbenutzer viel Geld für Microsoft-Office aus, weil sie das Programm gewohnt sind, und auch die Alternative vermutlich gar nicht kennen.

Bei Open Source-Software ist es wichtig, dass der Quelltext (engl. source code), also der für Menschen lesbare Teil eines Computerprogramms, offen (engl. open) zugänglich ist. Der Quelltext ist somit vergleichbar mit dem Bauplan eines Hauses oder dem Rezept für einen Kuchen. Andere Softwarehersteller, die lizenzrechtlich unfreie (proprietäre) Software entwickeln, behalten den Quelltext meist für sich. Die Software bleibt dadurch an den Hersteller gebunden. Bei Open Source-Software ist der Quelltext frei zugänglich, weil Open Source auf die aktive Beteiligung setzt: Jeder darf die Software installieren, benutzen, verbessern und weitergeben. Alle sollen den Bauplan für das Haus, oder das Kuchenrezept entscheidend mitgestalten können. Da die Software ohne Lizenzgebühren weitergegeben wird, muss der Anwender für sie nichts zahlen. Da man keine finanzielle Hürde überwinden muss, um Open Source-Software zu benutzen, bietet sie sich einfach zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an, worin Open Source-Anhänger einen entscheidenden Vorteil sehen.

Der positive Nebeneffekt, Open Source-Software wie den VLC Media Player für Filme und Musik, Mozilla Firefox als Browser und LibreOffice als Office-Programm zu benutzen ist nicht nur, dass man Geld spart, sondern sich auch von der Abhängigkeit von einer Firma wie Microsoft löst. Wenn man sich ein Open Source-Programm installiert hat man dadurch keine Nachteile, sondern nur Vorteile. Nicht nur für Privatleute, auch für Firmen kann sich der Einsatz von Open Source-Produkten finanziell lohnen, indem sie sich an einem Open Source-Projekt beteiligen, anstatt etwas eigenes zu Entwickeln oder fertige Software einzukaufen.

Doch was macht man, wenn es einmal zu Problemen mit Open Source-Software kommt? Im Gegensatz zur proprietären Software hat man bei Open Source die Chance, seine Probleme direkt der Entwickler-Gemeinschaft (engl. community) mitzuteilen und auch gleich Hilfe zu bekommen. Wie man das macht, erfährt man meist auf der Homepage des Projekts oder durch eine kurze Suche im Internet. Es gibt Untersuchungen, die beweisen, dass die Unterstützung für Open Source-Software durch die Community oft besser ist, als die für herstellergebundene Angebote. Weil der Quelltext der Software offen einsehbar ist, kann sie mögliche Probleme erkennen und beheben. Anders als bei Koch- und Backrezepten gilt hier nicht, dass viele Köche den Brei verderben, sondern viele Augen viel sehen! Die Entwickler von Open Source sind normalerweise namentlich bekannt und niemand von ihnen will sich nachsagen lassen, dass er schädliche Software programmiert haben soll. Das hat zur Folge, dass Sicherheitslücken häufig schneller gestopft werden, als bei proprietärer Software, wo das reparieren von Software häufig eine Frage des Geldes ist, und nicht der Ehre.

Trotzdem gilt für Open Source-Software dasselbe, wie für alle anderen Programme auch: Man sollte sie nicht einfach aus dem Internet herunterladen, sondern darauf achten, dass die Seite vertrauenswürdig ist. Am besten ist es die Seite der Community oder sourceforge.net, die Open Source-Software zum herunterladen anbietet.

Ein guter Einstieg in die Welt der Open Source-Software ist die Opensource-DVD (www.opensource-dvd.de). Auch wenn es wie gesagt nichts kostet, Open Source-Software zu installieren, freuen sich besonders kleine Projekte immer über eine Zuwendung oder Spende (nur falls man ein schlechtes Gewissen dabei hat, etwas kostenfrei zu verwenden). Kommen wir also zu einer Auswahl reiner, von der Open Source Initiative (OSI) zertifizierten Open Source-Software, die ich selber gerne benutze:

Browser

Der Mozilla Firefox dürfte das allgemein bekannteste Stück Open Source-Software sein. Firefox ist einer der weltweit am häufigsten genutzten Webbrowser und in Deutschland sogar auf Platz 1. Dabei wir der Firefox seit etwa Mitte 2002 von einer weltweiten Gemeinschaft (community) entwickelt und ständig verbessert.

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